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Wolfsverbreitung in Deutschland

Monitoringjahr 2017/2018

Nach Abschluss des letzten Monitoringjahrs (1.Mai 2017 – 30. April 2018) sind in Deutschland 73 Wolfsrudel, 30 Wolfspaare und 3 residente Einzelwölfe bekannt, welche nach den nationalen Monitoringstandards erfasst wurden.
Die Verbreitung und die Anzahl an Territorien beruhen auf den veröffentlichten Daten des DBBW ...hier....

Ursprünglich zählte der Wolf weltweit zu den am weitesten verbreiteten Säugetieren und kam auch in ganz Europa flächendeckend vor. Aufgrund starker Konflikte zwischen Mensch und Wolf wurden die Populationen jedoch stark dezimiert. Deutschland war um 1850 weitestgehend wolfsfrei. Einzelne, in den folgenden Jahren einwandernde Tiere wurden erlegt. Der für Niedersachsen wohl berühmteste Wolf ist der "Würger von Lichtenmoor", der 1948 von Hermann Gaatz erlegt wurde. Seit 1980 gilt der Wolf in Deutschland als streng geschützte Art und mit der Wiedervereinigung 1990 gilt dieser Status auch in Ostdeutschland. So konnte sich 1998 das erste Wolfspaar wieder in Sachsen, im Bereich der Muskauer Heide ansiedeln. Im Jahr 2000 wurden dort die ersten Welpen nachgewiesen.

Als Wolfsländer haben sich mittlerweile sechs Bundesländer etabliert: Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen. Die meisten Tiere leben in Sachsen und Brandenburg.

Die Wiederbesiedlung ist keine aktive Wiederansiedlung sondern nur die natürliche Ausbreitung des Wolfes!

Entwicklung

Die Anzahl an nachgewiesenen Wolfsterritorien wächst in Deutschland um rund 32 % jährlich. Aktuell befindet sich die Population in der Phase des "exponentiellen Wachstums" und wird weiterhin stark ansteigen, bis in mehreren Gebieten die Lebensraumkapazität (Nahrungsverfügbarkeit) erreicht ist. Dann erreicht das exponentielle Wachstum den Wendepunkt, die Wachstumskurve geht in eine S-förmige Kurve (logistisches Wachstum) über. Sobald die gesamte Population die maximale ökologische (unter natürlichen Bedingungen) oder ökonomische/soziale Tragfähigkeit (unter Berücksichtigung sozio-ökonomischer Ziele und Toleranzen) und damit den Kulminationspunkt erreicht, bricht die Population leicht ein und wird in der Folgezeit je nach Umwelt-/Managementeinflüssen auf einem bestimmten Niveau fluktuieren.

Populationsökologie

In der unteren Grafik werden 3 theoretische Grundformen des Populationswachstums dargestellt:

  • Dichteunabhängiges Wachstum
  • Dichteabhängiges Wachstum
  • Managementabhängiges Wachstum

Das dichteunabhängige Wachstum existiert nur in der Theorie, denn ökologisch gesehen ist es unmöglich, dass eine Population über die Ressourcenverfügbarkeit hinaus bis ins Unendliche anwächst, da bekanntlich alle Ressourcen begrenzt sind. Das dichteabhängige Wachstum exisitiert allerdings sehr wohl. Hierbei wird das Populationswachtsum durch die natürliche Verfügbarkeit an Ressourcen begrenzt - dieses Modell ist auf alle Populationen von Lebewesen (Tier, Pflanzen, Bakterien, ...) die unter natürlichen Bedingungen leben übertragbar. Stehen Mensch und Tier in Konflikt bezüglich ökonomischer oder sozialer (oder ökologischer (z.B. invasive Arten)) Interessen, so findet oft ein managementabhängiges Wachstum statt, welches die Popluation ab Erreichen einer bestimmten Toleranzschwelle durch anthropogene Regulierungsmechanismen eingrenzt.

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