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Aktuelles aus dem Wolfsmonitoring

Drei Statusänderungen bei den Wolfsterritorien in Niedersachsen: Neue Wolfspaare bei Ebstorf und Amt Neuhaus / Wolfsrudel aus Eschede nun auf dem Schießplatz Rheinmetall

Kurz vor Abschluss der Monitoringjahrs 2017/2018 können drei Statusänderungen bei den Wolfsterritorien im niedersächsischen Wolfsmonitoring verzeichnet werden. Grundlage aller drei Statusänderungen sind neue Ergebnisse genetischer Untersuchungen die nun vorliegen.

Im Raum Ebstorf (Landkreis Uelzen) hat sich im Mai 2016 ein aus Cuxhaven stammender Wolfsrüde etabliert. Als territoriales Tier erhielt dieses Territorium den Status „residenter Einzelwolf“. In unweiter Entfernung konnte anhand von Genetikproben immer wieder ein weiteres Tier bestätigt werden, dabei handelt es sich um eine Fähe die 2014 im Rheinmetall-Rudel geboren wurde. Aufgrund zahlreicher Nachweise beider Tiere im gleichen Gebiet, kann nun gemäß den nationalen Monitoringstandards der Status hier von „residenter Einzelwolf“ auf „Wolfspaar“ heraufgestuft werden.

Auch in der Gegend von Amt Neuhaus (Landkreis Lüneburg) konnte ein neues Wolfspaar bestätigt werden. Seit Ende Juni 2017 konnten hier ein männliches und ein weibliches Individuum jeweils dreimal genetisch nachgewiesen werden. Einmal wurden beide Tiere zusammen an einem Nutztierriss nachgewiesen. Auch hier kann gemäß der nationalen Monitoringstandards die Paarbildung offiziell bestätigen werden.

Die wohl umfänglichste Änderung im Monitoring hat es bei den Wolfsrudeln Eschede (Landkreis Celle) und Rheinmetall (Landkreis Celle und Uelzen) gegeben: In beiden Gebieten gab  es im Jahr 2014  je ein Rudel. Das Rudel Eschede konnte in den beiden Folgejahren anhand von Reproduktionsnachweisen bestätigt werden, auf dem Schießplatz Rheinmetall hingegen, blieben diese aus. In der Folge wurde hier der Status wurde auf „unklar“ herabgestuft. Nachdem im laufenden Monitoringjahr 2017/2018 auf dem Schießplatz von Rheinmetall wieder Reproduktion nachgewiesen wurde und diesmal der Nachweis aus Eschede fehlte, kam die Vermutung auf, dass es möglicherweise eine Verschiebung der Territorien gegeben hat.

Ergebnisse neuester genetischer Untersuchungen konnten nun diese Verschiebung offiziell belegen: Spätestens seit September 2016 lebt das Escheder Wolfsrudel auf dem Schießplatz Rheinmetall. Das ursprüngliche Rheinmetall-Rudel existiert nicht mehr. Um diesen Zusammenhang deutlich zu machen wird das Territorium „Rheinmetall“ in „Eschede/Rheinmetall“ umbenannt. Das ehemalige Territorium „Eschede“ wird schließlich für das laufende Monitoringjahr aus dem Monitoring gestrichen, somit sind in Niedersachsen nicht mehr 15 sondern 14 Rudel offiziell nachgewiesen.

Durch ein entfallenes  sowie ein neues Territorium können weiterhin 19 Wolfsterritorien für Niedersachsen bestätigt werden: 14 Wolfsrudel, 4 Wolfspaare und 1 residenter Einzelwolf.

Nicht bestätigen ließen sich hingegen neue territoriale Vorkommen in den Gebieten Bremervörde (LK Rotenburg-Wümme) und Bad Bodenteich (LK Uelzen): Seit Mitte des Jahres 2017 wurden hier mehrere Hinweise gemeldet, die neue territoriale Vorkommen vermuten ließen. Weitere Nachweise die unsere Vermutungen bestätigen könnten blieben allerdings aus. Die beiden Gebiete stehen nicht mehr unter Beobachtung.

Rudel Eschede/Rheinmetall Oktober 2017 ©LJN/Grüntjens

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